Memento Mortis ist Teil des Vereines Lupi Venaritis e.V.

Da aber teilweise unterschiedliche Menschen in beiden Gruppen sind, haben wir der Fechtschule einen eigenständigen Namen und ein eigenes Logo gegeben. Eine Aufteilung in zwei Bereiche ist insbesondere sinnvoll, weil zwischen den Fechttechniken, mit denen wir uns hier beschäftigen, und der historischen Darstellung von Lupi Venaritis ein Zeitraum von mehr als 1300 Jahren liegt und so ein direkter Bezug zwischen beidem nur schwer herstellbar ist.

Die Idee, die Fechtschule Memento Mortis zu nennen, entstand an einem dieser kreativen Abende, an dem viele Menschen zusammen saßen und gemeinsam nach einer guten Idee suchten. Das Logo und das Design der Web-Site hat dann Evi entwickelt.

Memento Mortis bedeutet "Bedenke dass Du sterblich bist" (siehe auch wikipedia), bzw. "Gedenke des Todes".

Das klingt zunächst sehr düster und melancholisch, ist aber nicht so zu verstehen. Das Bewußtsein der eigenen Sterblichkeit verhilft uns zu der Erkenntnis, das unsere Lebenszeit begrenzt ist. Diese begrenzte Zeit so gut wie möglich für uns selber und für andere Menschen zu nutzen ist etwas von dem was uns antreibt.

Die Erfahrung der eigenen Sterblichkeit ist wohl bei keiner Sportart so unmittelbar und so direkt, wie in der historischen europäischen Kampfkunst. Wenn Du mit einem Schwert kämpfst und Dir dabei bewußt ist, was Du tust, dann ist das Erleben der eigenen Sterblichkeit sehr unmittelbar, wenn mal wieder das Schwert Deines Partners unverhofft auf Deine Fechtmaske aufschlägt, weil Du einen kleinen Fehler gemacht hast.

Die historische europäische Kampfkunst ist ähnlich vielseitig wie die asiatischen Martial Arts. Sie ist allerdings im letzten Jahrhundert fast vollständig von der asiatischen Kampfkunst verdrängt worden. Erst seit Anfang der 80er Jahre bemüht sich eine zunehmend größer werdende Zahl an Enthusiasten, sie mit Hilfe von historischen Quellen wieder auferstehen zu lassen. Eine Weiterentwicklung, bzw. Wiederentdeckung erfolgt über die Interpreation dieser Quellen, die spätestens im 16ten Jahrhundert geschrieben wurden. Zur Zeit gibt es keinen lebenden Lehrer, der für sich in Anspruch nehmen kann vollständig verstanden zu haben, wie genau die einzelnen überlieferten Texte zu verstehen sind. Nur durch einen regen Austausch zwischen den lebenden Lehrern und Interpreten wird sich mit der Zeit ein Bild ergeben, welches eine gute Annäherung an die Kampftechnik unserer Vorfahren sein wird. Eben das macht die europäische Kampfkunst zu etwas lebendigem, das sich entwickelt und sich eben nicht einem Meister festhalten kann, der bestimmt was richtig und was falsch ist.

Das, was gegenwärtig sichtbar ist, zeigt ein Fechtsystem, das hochgradig komplex ist und mehr auf Geschicklichkeit und angewandte Physik setzt, als auf Kraft. Aus einem Manuskript des 14. Jahrhunderts stammt die Anweisung "Sei weich, wenn er hart ist und sei hart, wenn er weich ist". Judo und Aikido, die ebenso dieses Prinzip vertreten, sind erst im 20sten Jahrhundert entwickelt worden.

Die europäische Kampfkunst bedarf nicht der budistischen Philosophie um sie zu verstehen. Sie kommt aus unserem Kulturkreis und bietet uns damit einen leichteren Zugang.

Ursprünglich hatten wir diese Fechtschule Si vis pacem, para bellum nennen wollen („Wenn du Frieden willst, bereite Dich zum Krieg"). Eine Erkenntnis, die wir bereits bei Platon finden können (siehe wikipedia). Jedoch ist dieser Satz einfach zu lang um ihn sich zu merken. Außerdem währe der Bezug zu einem modernen Pistolenkaliber zu eng gewesen.

Aber dieser Spruch wäre passend, denn Fechten hilft die eigene Konfliktfähigkeit zu erhöhen. Wir verlassen uns zunehmend darauf, dass andere unseren Frieden sichern und verlieren zunehmen die Fähigkeit selber zu kämpfen und für die Lösung unserer Probleme selber einzustehen. Die Erfahrung, dass diese Anderen das eben nicht tun, wenn sie sich selber einem Risko aussetzen, ist dann zumeist recht unangenehm. Wir haben zuerst den Mut verloren einen Konflikt auszutragen - anschließend die Fähigkeit einen Konflikt auszukämpfen.

Wir suchen ständig nach einer Win-Win Situation. Wir vergessen dabei, dass die Voraussetzungen für eine solche Win-Win Situation sehr häufig nicht gegeben sind, weil der Gegenspieler nicht kooperativ handelt. Und dann weichen wir dem Konflikt aus, weil wir Angst haben selber verletzt zu werden oder den Anderen zu verletzen. Wir gestalten uns selber zu Opfern.

Im 21igsten Jahrhundert sind die Schwerter keine sinnvolle Waffe und bestimmt nicht zur Selbstverteidigung geeignet. Aber eben darum ist die europäische Kampfkunst ein ideales Schule um in unserem Alltag zu leben ohne zum potientiellen Opfer zu werden.

Einerseits fehlt hier die unmittelbare Einsetzbarkeit in einer Straßenschlägerei, wie diese z.B. beim Boxen gegeben ist und damit auch das Potiential zur körperlichen Gewaltanwendung, andererseits lernen wir in Konfliktsituationen kontrolliert und zielgerichtet zu handeln ohne den Partner zu verletzen oder vor Angst zu erstarren.

Ein Friede ohne Unterdrückung lässt sich immer dann am leichtesten halten, wenn ein Krieg oder eine Unterdrückung für beiden Seiten zu große Risiken beinhalten würde.

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Bilder und vieles Andere folgen in den nächsten paar Wochen